Papst (unfreiwillig) „zu Gast“ in jüdischer Familie

Die Komödie „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ unserer neuen Spielzeit 2017 führt uns hinein in ein jüdisches Familienleben. Das mit feinsinnigem Humor gewürzte Stück überrascht zunächst mit einer äußerst ungewöhnlichen Aktion: Der Papst wird von einem New Yorker Taxifahrer gekidnappt.

New York Taxi (pixabay free photo)
Was auf den ersten Blick nach einer gewaltsamen Entführung zur Durchsetzung eines Individualinteresses in Form einer Gelderpressung aussieht, entpuppt sich schließlich als eine uneigennützige und tiefst weihnachtliche Idee, nämlich Frieden auf der ganzen Welt durchzusetzen, zumindest für einen Tag lang.

Ist das Thema „Frieden“ nicht an sich schon bedeutungsschwanger und zu allen Zeiten hoch aktuell, ringen uns spätestens der Ort der Handlung und seine Akteure uneingeschränktes Interesse und Aufmerksamkeit ab.

Papst mit Davidstern (pixabay free photo)

Der höchste katholische Führer wird in eine gutbürgerliche jüdische Familie „hinein entführt“ und trifft dabei auf eine gänzlich andere Kultur und vor allem religiöse Tradition, die ihm vor allem auch in der Person des Rabbi gegenüber gestellt und deren Unterschiede mit dem Auftreten des Kardinals vermeintlich noch plakativ verstärkt werden.

Doch bevor eine Auseinandersetzung über die verschiedenen theologischen Vorstellungen Raum greifen können, besetzt der (nicht gerade streng gläubige) jüdische Taxifahrer mit der über alle Völker- und Religionsgemeinschaften hinweg verbindenden Friedensidee die gesamte Bühne und avanciert vom Entführer zum Retter.

Jüdisches Fest mit Menorah (pixabay free photo)

Die Sehnsucht nach Frieden in der Welt wird also zu einem roten Faden in dem Theaterstück und trotz oder besser gerade wegen des ernsten Themas entfalten die humoristischen Dialoge eine verbindende Wirkung. Besonders interessant erweist sich dabei der Schauplatz in der jüdischen Familie Leibowitz. Während der „Friedensverhandlungen“ des „Erpressers“ Sam erfahren wir einiges über jüdische Gebräuche im Alltag und wir werden auch mit Ausdrücken aus der jüdischen und hebräischen Sprache konfrontiert.

Zum besseren Verständnis soll deshalb dieses Glossar dienen:

KippaKopfbedeckung männlicher Juden
koscher geeignet; tauglich, rein (in der jüdischen Religion
erlaubte Nahrungsmittel, Gegenstände oder Handlungen)
L’chaim „Auf das Leben“ (prosten)
meschuggenicht bei Verstand sein, verrückt
Nebbicharmes Ding, armer Kerl; jemand der unwichtig, unbedeutend ist
Rabbi „mein Lehrer“
Shabbat Ruhepause, Ruhetag
Shalom Frieden

Menorah (pixabay free photo)

Sam spricht zum Beginn des Shabbat bei Tisch einen Lobspruch. Es gibt verschiedene Lobsprüche vor dem Schmecken oder Riechen von Dingen. Sie unterscheiden sich, je nach Lebensmittel bzw. Getränk. Dieser hier wird gesprochen, wenn man Wein trinkt:

 

Baruch atta adonai elohenu, melech ha-olam, bore pri ha-gafen.
(Gepriesen seist du, Ewiger, unser Gott; du regierst die Welt. Du hast die Frucht des Weinstocks geschaffen.)

Christusfenster mit Davidstern (pixabay free photo)

Wir hoffen, Sie werden sich in der Familie Leibowitz wohlfühlen und eine besinnlich vergnügliche Theateraufführung erleben. In diesem Sinne,

 

L’chaim und Shalom

 

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