„Der kerngesunde Kranke“

Lustspiel von Peter Pflug, frei nach Molière

Leo Klawitter, Maurermeister und Bauunternehmer im Ruhestand, ist – obwohl organisch noch ganz gesund – ein hilfloser Kranker. Seine Einbildung, krank zu sein, kommt aus einer seelischen Verletzung, aus Lebensangst. Seine Haushälterin Minna jedoch hält ihn für einen „kerngesunden Kranken“. Klawitter ist ein einfacher Mann, der durch Tüchtigkeit hochgekommen ist, der seinen Töchtern eine Ausbildung bieten will, wie er sie selbst nicht gehabt hat. Aber als er alt wird und sein Geschäft aufgegeben hat, packt ihn die Angst: seine Töchter, die „etwas Besseres“ geworden sind, werden ihre eigenen Wege gehen, so fürchtet er, sie werden den ehemaligen Maurermeister verachten und ihn einsam sterben lassen. Plötzlich kann er nicht mehr allein gehen, plötzlich ist er ein hilfsbedürftiger Kranker. Da aber der arme Klawitter meint, die Ärtze wollten ihn nicht mehr heilen, weil sie ihn aufgegeben hätten, glaubt er, sich selbst kurieren zu können. Nun gerät er in Gefahr, auf Scharlatane und Betrüger hereinzufallen. Wie er schließlich wieder Kontakt mit den Menschen bekommt, wie er dadurch geheilt, wie er von seiner Lebensangst erlöst und dadurch auch sein körperliches Gebrechen los wird, das ist nun der tiefere Kern des alten Molièreschen Stoffes.

Besetzung
Leo Klawitter, Maurermeister und Bauunternehmer i. R. (Hermann Emmerich); Roswitha, seine Tochter (Claudia Stock); Isolde (Michaela Strahl); Minna, seine Wirtschafterin (Heidrun Gräf); Frau Hintersatz, Witwe und Nachbarin (Monika Degen); Dr. med. Walter Giesebrecht (Thomas Brockhoff); Ein Elektriker (Michael Schmidt); Herr Dubs, fragwürdiger Zeitgenosse (Thomas Britz); Frau Stimmel, fragwürdige Zeitgenossin (Ulrike Schmidt)

Hermann Emmerich, Heidrun Gräf, Thomas Brockhoff, Monika Degen

In Molières Komödie „Der eingebildete Kranke“ überwiegt ein Hauptelement: der bittere und großartige Angriff des Dichters auf die medizinische Wissenschaft seiner Zeit. Peter Pflug versucht dagegen in seinem Stück „Der kerngesunde Kranke“ – es spielt in unserer Gegenwart, das Schwergewicht von den Ärzten auf den Kranken zu verlagern, der sich einbildet, krank zu sein.

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